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Burgen an der Weser - mit Beschreibungen der Orte

 

Burgen an der Weser

Kleiner See hinter den Externsteinen

VARUSSCHLACHT
 
Im Jahre 9 nach Christi wurden die Römer in Germanien vernichtend geschlagen. Während dieser Ort der Geschichte heute vorsichtig als Kalkriese bei Osnabrück zitiert wird, beschreibt der römische Geschichtsschreiber Tacitus den Ort oberhalb der Quellen von Lippe und Ems. Diese Stelle im Teutoburger Wald trägt auch noch den mystischen Namen "Winfeld"! Nicht sehr weit davon steht das Hermannsdenkmal.
 
Es war Arminius (fälschlich als Hermann bezeichnet), der mit der Schlacht im Teutoburger Wald als Volksheld in die Geschichte einging. Es hat ihm jedoch nicht viel genützt. Einige Jahre nach der Schlacht wurde er von seinen eigenen Landsleuten ermordet.
 
Geschichtlich belegt ist, dass seine Frau Thusnelda die Herlingsburg bei Schieder bewohnte. Zu Unrecht eine fast unbekannte Fliehburg, die vermutlich mehr als nur ein paar Jahrhunderte genutzt wurde. Sie gehört, was ebenfalls ziemlich unbekannt ist, zur sogenannten "Weserfestung", eine Verteidigungslinie entlang der Weser, die das Gebiet der Germanen von den Kelten trennte.
 
Besonders sehenswerte Objekte sind mit einem "S" gekennzeichnet, mystisch anmutende Orte mit einem "M"
Burg bei Adelebsen, mit 5-eckigem Wehrturm

Adelebsen (Burg) S

Burg in Adelebsen im Solling direkt oberhalb des Ortes "Adelebsen" (zwischen Uslar und Göttingen). Eine der wenigen nicht zerstörten Burgen dieser Region. Besonderes Merkmal: Der 5-ckige Wehr- und Wohnturm mit fast 40 Metern Höhe aus dem 12. Jahrhundert. Besichtigungen von April bis September möglich.

Bad Lippspringe (Burgruine) M

bei Paderborn, Lage: im Kurpark von Bad Lippspringe an der Lippe-Quelle, in der Vorzeit vermutlich ein mystischer Ort. Tacitus beschreibt den Ort der Varusschlacht als "oberhalb der Quellen von Lippe und Ems". Die Ems-Quelle befindet sich etwa 12 Kilometer nordwestlich, das Winfeld ebenfalls ca. 12 Kilometer nördlich von Bad Lippspringe.
Burgruine Bad Lippspringe
ehemalige Wasserburg Beverungen

Beverungen (Burg)

Als ehemalige Wasserburg steht die Burg Beverungen als 5-stöckiges Bauwerk unübersehbar und trutzig direkt an der Weserbrücke nach Lauenförde. Ursprünglich 1332 zur Kontrolle der Schiffe auf der Weser erbaut, wurde sie im Dreißigjährigen Krieg 1632 zerstört und danach wieder aufgebaut, 200 Jahre später erneut zerstört und 1914 abermals wieder errichtet. Das Gebäude befindet sich heute im Besitz der Stadt Beverungen.

Blomberg (Burg)

Während der Soester Fehde wurden im Jahre 1447 alle Urkunden der Stadt Blomberg vernichtet. Daher schätzt man das Gründungsdatum der Burg und der Stadt um da Jahr 1250. Nach dem Wiederaufbau bewohnten die Edelherren zu Lippe die Burg. Seit 1974 ist hier ein nobles Hotel untergebracht. Aus diesem Grund ist es möglich, die Außenanlagen der Burg zu besichtigen. Ein kurzer romantischer Weg führt zum einzig verbliebenen Stadttor im Kreis Lippe (Niederes Tor).
Burg Blomberg, heute ein Hotel
Burgruine Bramburg an der Weserfähre bei Hemeln

Bramburg (Burgruine)

bei Hemeln an der Weser (Weserfähre) nördlich von Hann.-Münden. Im 15. Jahrhundert Raubritterburg. Dann 100 Jahre Wohnsitz derer von Stockhausen und noch heute im Familienbesitz. Heute ein sehr romantischer Ort. Oberhalb der Bramburg befindet sich der Ringwall Hünengraben.

Brunsburg (Wallburg) M

Während der niedrige westliche Wall noch aus germanischer Zeit stammen dürfte, wurden die tiefen Halsgräben in der sächsischen Periode angelegt. Die Brunsburg beherrschte den Weserübergang bei Höxter. Im Jahre 775 gelang es Karl d. Gr. an dieser Stelle  das erste Mal, die Weser trotz sächsischer Gegenwehr zu überqueren. Bereits 1294 wurde die Burg zerstört. Zu erreichen: von  Höxter/Bosseborn vom Parkplatz am Bismarckturm.
Wallburg Brunsburg in der Nähe von Höxter/Bosseborn
Burgruine Coppenbrügge eine ursprüngliche Wasserburg

Coppenbrügge (Burgruine)

Ende des 13. Jahrhunderts erbauten die Grafen von Spiegelberg eine Burganlage an der alten Heer- und Handelsstraße (Aachen-Königsberg), der heutigen Bundesstraße 1. Später wurde die ursprüngliche Wasserburg im Stil der Frührenaissance umgebaut und nach Baufälligkeit im 18. Jahrhundert schlossartig im Stil des Barock abermals erneuert. 1870 erfolgte der Abriss aller Gebäude bis auf das sogenannte Kanzleigebäude, in welchem heute ein Museum untergebracht ist.

Corvey (Kloster ehemalig) S

Als kulturgeschichtlicher Ort mit Weltgeltung darf Kloster Corvey in dieser Liste nicht fehlen: Zitat der Internetseite der Stadt Höxter: "Corvey ist ein einzigartiger Ort von Architektur, Kultur und Geschichte. Das fast 1200-jährige Westwerk, die barocke Abteikirche, die barocke Schlossanlage mit Kaisersaal, Kreuzgang und der bedeutenden fürstlichen Bibliothek mit über 70.000 Bänden, in der Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar wirkte, bilden ein Ensemble von unverwechselbarer kultureller und historischer Ausstrahlungskraft. In dieser altehrwürdigen, ehemaligen Bendektinerabtei von 822, gegründet unter Kaiser Ludwig dem Frommen, erwartet den Besucher Einmaliges und Unvergessliches: karolingische Westwerk der Abteikirche, Abteikirche, Kreuzgang, barocke Schlossanlage mit Garten, Kaisersaal mit Porträts 20 deutscher Kaiser, Fürstliche Bibliothek, annähernd größte deutsche private Buchsammlung mit rund 70.000 Bänden, Museum Höxter-Corvey. Das Schloss Corvey bietet eine reizvolle Mischung aus Kunst und Kultur. Das Westwerk und die Abteikirche prägen das Bild von Corvey."

ehemaliges Kloster Corvey
Burg Dringenberg die ehemalige Sommerresidenz der Paderborner Bischöfe

Dringenberg (Burg) S

Als ehemalige Sommerresidenz der Paderborner Bischöfe empfängt die sogenannte Mantelburg den Besucher mit einem markanten Torhaus. Fürstbischof Bernhard V. zur Lippe ließ die Burg von 1318-1323 erbauen. Seit den 80er Jahren wird die Burg liebevoll restauriert. Im Torhaus befindet sich die Burgkapelle und in den Heimatstuben und den Rittersälen sind Ausstellungen untergebracht. Die naturkundlichen Räume verdeutlichen den großen Waldreichtum rund um Dringenberg.

Großer Everstein (Burgruine)

Auf der Straße von Holzminden nach Stadtoldendorf ist der Große Everstein schon von weitem zu erkennen. Als spitzer Bergkegel verdeckt er die dahinterliegende Vorburg, den Kleinen Everstein. Die Eversteiner Grafen erbauten die Burg Anfang des 12. Jahrhunderts. Als Verbündete der Staufer stürzten sie im gemeinsamen Kampf im Jahre 1180 den Welfen Heinrich den Löwen.
Burgruine Grosser Everstein
Burgruine Kleiner Everstein

Kleiner Everstein (Burgruine)

1265 wird die Burg als „castrum Everstein maius“ erwähnt. Die beiden Ruinen auf dem Burgberg sind am besten von der Straße von Lobach nach Negenborn zu erreichen. Unterhalb des Burgbergs können noch die Reste einer ehemaligen Wallburg ausgemacht werden. Eine Schautafel gibt ausführlich Auskunft über das gesamte Gelände.

Falkenburg (Burgruine)

An der Falkenburg vorbei führt die Gauseköte, ein alter Paß von Detmold nach Paderborn. Hier stand die Wiege des lippischen Geschlechts. Als ihr Standort unbedeutend wurde, zogen die Inhaber in das Detmolder Schloß. Seit einiger Zeit wird die Ruine aufwendig restauriert und ist daher nur eingeschränkt zu besichtigen. Das Foto zeigt noch den vorherigen Zustand (Burggelände mit Blick auf den Bergfried) im Jahre 2005.
Falkenburg bei Detmolt
Burgruine Gieselwerder (Model im Innenhof)

Gieselwerder (Burgruine)

Fahren  Sie in Gieselwerder an die Weser und Sie werden verstehen, warum die Riesin Giesela hier ihre Burg erbaute. Der Sage nach war Giesela die gütigste der sechs Töchter des Riesen Kruko von der Krukenburg in Helmarshausen. Alle sechs sollen auf Burgen in Reinhardswald und an der Weser gelebt haben: Drenta und Trendula auf der Trendelburg, Saba auf der Sababurg, Brama auf der Bramburg, Lippolda in Lippoldsberg und Giesela in Gieselwerder.

Grubenhagen (Burgruine) M

Das „castrum Grubenhagen“ wird 1263 urkundlich erwähnt. Erbaut wurde die Burg aber schon etwa 100 Jahre früher. Hochherrschaftlich wurde die Anlage wenig benutzt, da man die nahe Heldenburg bei Einbeck bevorzugte. Merian zeichnete die Burg im Jahre 1650, zu dem Zeitpunkt noch mit einem Wehrgang erkennbar.  Im 19. Jahrhundert verfiel die Burg. 1977 renovierte ein Burgverein Turm und Pferdestall (Rotenkirchen südlich Einbeck).
Burgruine Grubenhagen bei Rotenkirchen
Schloss Haemelschenburg  ein ehemaliges Rittergut

Hämelschenburg (Schloss) S

Aus einem zerstörten Rittergut ließen die Baumeister Jürgen von Klenke und seine Frau Anna von Holle kurz vor Beginn des 30ig-jährigen Krieges das Schloss Hämelschenburg nach 25 Baujahren fertigstellen. Mit viel Mut retteten sie die ausgedehnte Anlage vor Plünderung und Zerstörung in den folgenden schweren Jahren. So können wir heute dieses Paradeexemplar der Weserrenaissance bewundern. Es handelt sich um einen Dreiflügelbau mit Wassergraben, der mit einer Zugangsbrücke von der Straßenseite versehen ist. Bemerkenswert sind die sogenannten 24 Zwerchhäuser, verzierte Dachausbauten auf dem hocherrichteten Gebäude. Das Schloss mit seinen reich ausgestatteten Räumen kann besichtigt werden, ebenso wie der Minnegarten, der zum Spaziergang in eine romantische Vergangenheit einlädt. Im Waldgebiet oberhalb des Schlosses befindet sich die Vorgängerburg, das sogenannte Hünenschloß, von dem nach einem ausgedehnten Waldspaziergang aber nur noch Mauerreste besichtigt werden können (zwischen Hameln und Bad Pyrmont).

Hardegsen (Burg) S

1266 wird das „dominus Castri Hardegsen“ mit dem Burgherr Ritter Ludwig von Rosdorf urkundlich erwähnt. Die Reste der ersten Befestigung sind heute westlich der Anlage zu besichtigen. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg ausgebaut und geriet so doppelt so groß wie die Burg Plesse im Göttinger Wald! Eine historische Besonderheit ist das Muthaus (Speisehaus),  35 m hoch, 25,50 m lang  13,50 m hoch das älteste und größte erhaltene Profangebäude im südlichen Niedersachsen.
Burg Hardegsen nicht weit von Hardenberg
ist ein Ringwall unde wurde als Burg und Fliehburg genutzt

Herlingsburg (Ringwall)

wie eingangs schon erwähnt, ist die Herlingsburg wohl über Jahrhunderte als Burg und Fliehburg genutzt worden. Die Burgfläche ist so groß, dass die Bewohner hier sogar Weideflächen für ihr Vieh halten konnten. Leider ist sie nur sehr mühsam entweder von der Straße Glashütte/Eschenbruch oder direkt von Glashütte (sehr steiler Aufstieg) zu erreichen. Oben belohnt ein phantastischer Blick über den Schieder-Stausee.

Hinnenburg (Schloss)

Nördlich von Brakel gelegen, begann die Hinnenburg ihre Geschichte im 12. Jahrhundert tatsächlich als Burg, wurde aber um 1600 in ein dreiflügeliges Schloß umgebaut. Da sie privat bewohnt wird, kann sie nicht besichtigt werden. Untergebracht ist hier eines der größten Adelsarchive Westfalens. Was bleibt ist der herrliche Blick von der vielbefahrenen Ostwestfalenstraße auf die stolze Anlage.
Schloss nördlich von Brakel
Jugendherberge Holzminden

Holzminden (verschwundene Burg)

Im Jahre 1284 verlegten die Eversteiner ihren Stammsitz nach Holzminden an die Weser. Von den vorüberfahrenden Schiffen forderten sie einen Tribut und sie unterstrichen ihre Absicht, indem sie über die Weser eine Kette spannten. Der Ruf des Raubrittertums führte jedoch dazu, dass ihre Besitzungen verfielen. Heute steht ein Hotel an der Stelle der Burg und der Burgturm genau an der Stelle, wo früher der Bergfried gestanden hat.

Homburg (Burgruine)

Schon 980 wird die Burg als „castellum wikanafeldisten“ erwähnt, ein Vorgänger der Homburg, die Graf Siegfried IV. von Boyneburg 1129 erbauen ließ. 1535 wird sie aufgegeben. Obwohl der Bergfried in neuerer Zeit gesichert wurde, ist er nicht mehr begehbar, da er durch den immer weiter herannahenden Steinbruch einsturzgefährdet ist. Die Ruine ist direkt von Stadtoldendorf aus zu erreichen.
Homburg, Ruine direkt von Stadtoldendorf zu erreichen

Horn (Burg)

Erstmalig erwähnt wird die Burg zu Horn im Jahre 1310, als hier Simon I., Edler Herr zu Lippe, hier mit seiner Gemahlin Adelheid residierte. Von 1364 bis 1747 verbrachten 13 gräfliche Witwen hier ihren Lebensabend. Dann verfiel die Burg immer mehr und in den 70er Jahren wurde sogar ein Abriss in Erwägung gezogen. Doch dann erfolgten umfangreiche Renovierungen und so beherbergt die Burg heute ein Burgenmuseum, Rittersaal und zwei Burgkeller.

Hünenschloß (Ruine) M

Als Vorläufer der Hämelschenburg war das Hünenschloss bis 1437 im Besitz derer von Everstein als Lehen des Stiftes Minden. Ab Ende des 15. Jahrhunderts verfiel die Burg. Heute sind hier nur noch wenige Mauerreste vorhanden. Eine romantische Burgstelle, von Gellersen entlang eines Wildtiergeheges auf einem schönen Waldspaziergang zu erreichen. (Foto: Fernsicht aus Richtung Hämelschenburg)

Hunnesrück (Ruine) M

Erbaut von den Grafen von Dassel wird Hunnesrück erstmals bei dem Verkauf durch Simon v. Dassel am 29.03.1310 an den Bischof Siegfried von Hildesheim urkundlich erwähnt. 1521 eroberten die Welfenherzöge Heinrich der Jüngere und Erich der I. die Burg. Nach Errichtung der Erichsburg im Jahre 1530 verfiel die Anlage allmählich. Zu erreichen von Hunnesrück bei Dassel im Solling. Nach ziemlich weitem Anstieg zu besichtigen: Tiefe Burggräben und wenige Mauerreste.

Iburg (Burgruine) M

Ursprünglich eine sächsische Befestigung, baute Bischof Bernhard II die Iburg im 12. Jahrhundert aus. Aber bereits 1444 wurde die Feste abgebrannt und war dem Verfall preisgegeben. Die Iburg wird als einer der Orte vermutet, wo die Irminsul gestanden haben soll. Das Burggelände ist mit 4 ha ziemlich weitläufig und weist eindrucksvolle Fundamente und einen imposanten Wehrturm auf. Zu erreichen aus Richtung Bad Driburg über die Umgehungsstraße.
Burgruine Iburg, ursprünglich eine sächsische Befestigung
Kohlstaedt, Turmburg ist nur noch eine stark zerstörte Ruine

Kohlstädt (Ruine)

Wohl als Kontrollpunkt für den Pass von Detmold nach Paderborn wurde die kleine Herrenburg bei Kohlstädt angelegt. Sie gilt als typischer Vertreter der Turmburgen und ist nur noch als stark zerstörte Ruine erhalten (und gesichert).

Krukenburg (Burgruine) S

Hoch über dem Ort Helmarshausen bei Bad Karlshafen wurde 1107 eine Kirche in Anlehnung an die Heilig-Grab-Kapelle in Jerusalem errichtet. 1215 wurde die Kirche von der Krukenburg umbaut. Sie ist eine sehr malerische Ruine mit Bergfried, der bestiegen werden kann, und zwar zu ebener Erde. Der ursprüngliche Eingang in luftiger Höhe war nur mit einem Korb erreichbar. Seine Erbauer erfreuten sich an einem Ausblick, der an die Täler der Loire in Frankreich erinnert.
Burgruine, über dem Ort Helmarshausen
Burgruine bei Salzhemmendorf

Lauenstein (Burgruine)

1240 erbauten die Edelherren von Homburg (Stadtoldendorf) die Lauenburg (bei Salzhemmendorf). Der Ort mit gleichem Namen siedelte sich ab 1430 unterhalb des Burgberges an. Als die Homburger ausstarben, kamen Burg und Amt an die Welfen. 1730 ereignete sich ein großer Brand in Lauenstein, worauf viele Steine von der Burg verwendet wurden. Die Burg befindet sich in Privatbesitz, kann aber jederzeit besichtigt werden.

Löwenburg (Ruine)

Die Grafen von Dassel erbauten die Löwenburg und nutzten sie als Jagdschloss. Im Jahre 1250 eroberten die Welfen die Burg. 1399 bis 1530 war die Burg der Verwaltungssitz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Danach war sie unbewohnt und verfiel. Heute ist nur noch ein Mauerrest erhalten. Oberhalb von Lauenburg im Solling bei Dassel.

Lügde Kilianskirche S

Man sagt, schon Karl der Große habe in der Sankt Kilianskirche geweilt. Da sie also schon zur Zeit der Sachsenkriege existierte, gehört sie mit in diese Sammlung früher Architektur. Ihr Erscheinungsbild hat sich bis heute bewahrt. Um 1200 wurde das Kirchenschiff verlängert und der Westturm erhöht. Standort: Am Ortsausgang Lügde bei Bad Pyrmont Richtung Schieder-Schwalenberg.

Marienmünster (Abtei)

1128 gründete Graf Widukind I. von Schwalenberg nahe seiner Oldenburg die Abtei Marienmünster. 500 Jahre gestaltete sich ein entwickeltes Ordensleben, dann wurden Kirche und Kloster im Dreißigjährigen Krieg mehrfach zerstört. Gegen Mitte des 17.  Jahrhunderts war der Wiederaufbau abgeschlossen. 1803 wurde das Kloster aufgehoben. Heute ist Marienmünster eine Kulturstiftung mit musikalischem Schwerpunkt.
heute eine Kulturstiftung mit musikalischem Schwerpunkt
Wehrbau in der Nähe des Hauptbahnhofs

Minden Fort C (Festung) S

Fort A, B und C wurden in Minden als Festungen und Schutz des eigenen Bahnhofs und der Geleise gegen das feindliche Königreich Hannover Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Nach der preußischen Übernahme des Königreichs Hannover 1866 waren die Forts überflüssig und wurden bis auf Fort C geschleift. Da es kaum noch Wehrbauten dieser Art gibt, ist Fort C für die Nachwelt ein Glücksfall! In der Nähe des Hauptbahnhofs gelegen und von außen zu besichtigen.

Nasser Wolkenbruch M

Unheimlich und eine geologische Besonderheit: Durch Auslaugen von Salzen entstandener Trichter, mit Wasser verfüllt: der sogenannte Nasse Wolkenbruch an der Straße zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld. Von einem kleinen Parkplatz kurz hinter Trendelburg zu Fuß zu erreichen. 600 Meter weiter westlich befindet sich ein „Trockener“ Wolkenbruch. Zwei Naturwunder, die einen Platz in dieser Inventur verdienen.
geologische Besonderheit an der Straße zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld
Fliehburg und Museum

Oerlinghausen (Fliehburg und Museum) S

Oerlinghausen verfügt über ein frühgermanisches Freilichtmuseum, wo menschliche Behausungen vom Steinzeitzelt bis zu den germanischen Lang- und Grubenhäusern dargestellt sind. Die Bauwerke dieses Museums sind auf einer ehemaligen Fliehburg angesiedelt. Umlaufende Palisaden vermitteln einen Eindruck von der Wehrhaftigkeit dieser Befestigung. Äußerst sehenswert!

Oldenburg (Burg)

Von der um 1100 erbauten Burg ist nur noch der Wohnturm erhalten, der allerdings bewohnt ist. Aus diesem Grund ist dieses Bauwerk leider nicht zu besichtigen. Es ist die Stammburg von Graf Widukind I., der zusammen mit seiner Frau Lutrud von Itter (Itterburg) die Abtei Marienmünster gründete. Seine Nachfahren bezogen 1231 die Burg Schwalenberg. Deshalb heißt Oldenburg „die alte Burg“. Privat bewohnt und deshalb nicht zu besichtigen.
Ruine, nur noch der Wohnturm erhalten
ursprüngliche Wasserburg mit Turm

Ottenstein (Burg)

Es wird vermutet, dass der Eversteiner Graf Otto um 1300 die Burg hat errichten lassen. Von der ursprünglichen Wasserburg mit Turm, Steinhaus und Wohnhaus ist nur noch das Steinhaus vorhanden, welches als Restaurant mit historischem Ambiente genutzt wird. Früher waren in diesem Gebäude die Ställe und im Obergeschoß ein Saal untergebracht. Ein Stich von Merian zeigt die gesamte Anlage mit einem Graben umgeben im Jahre 1653.

Polle (Burgruine) S

In Polle finden wir die einzige markante Burgruine an der Weser. Erstmalig erwähnt wird die Burg durch den Grafen Otto zu Everstein 1285. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg  schwer zerstört und verfällt daraufhin. Bis Anfang der 80er Jahre fristet die Ruine einen Dornröschenschlaf, bis sie dann endlich renoviert und gesichert wird. Das Burggelände kann gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden. Unterhalb befindet sich ein sehr empfehlenswertes Restaurant.
Klingendes Museum, wegen Instrumentensammlung  "Die Musikburg" genannt.

Sababurg (Burg/Burgruine)

Als Dornröschenschloss ist die Sababurg weltberühmt. 1334 als Zapfenburg erbaut, wurde sie 1490 als Ruine in ein Jagdschloss umgebaut. Nachdem sie im Dreißigjährigen Krieg wieder zerstört war, entstand sie 1765 erneut als fürstliches Jagdschloss mit dem wohl ältesten Tierpark der Welt,der heute 80 verschiedene Tierarten beherbergt, darunter bereits ausgestorbene Arten, die wieder zurückgezüchtet wurden.

Sababurg (Urwald) S

Neben Wisenten, Ure und Urweltpferden können auch Wölfe, Luchse und der Vielfraß erlebt werden. Neben dem Tierpark ist der nahegelegene Urwald eine weitere ungewöhnliche Attraktion in der Nähe der Sababurg. Dieser Urwald ist ein ehemaliger Hutewald, in dem früher Schweine mit Eicheln gemästet wurden. Hier kann sich die Natur frei entfalten und von Menschenhand dürfen keine Eingriffe vorgenommen werden. Uralte absterbende Baumriesen und meterhohe Farne vermitteln ein unvergessliches Bild.
 
dieser Urwald ist ein ehemaliger Hutewald
 am besten erhaltene Burg an der Weser, Stammburg der Grafen von Holstein und Schaumburg

Schaumburg (Burg) S

Die am besten erhaltene Burg an der Weser dürfte als Stammburg der Grafen von Holstein und Schaumburg auch die bekannteste Befestigung im Weserbergland sein. Durch ein Torhaus gelangt man nach einem Aufstieg zur Hauptburg, in der sich eine Burggaststätte für gehobene Ansprüche befindet. Ein romantischer Burghof mit atemberaubendem Ausblick sowie einem Glockenturm, bei dem man in ein Verlies schauen kann….

Schwalenberg (Burg)

1231 haben die Brüder Volkwin und Adolf von Schwalenberg ihre Stammburg Oldenburg aufgegeben und oberhalb von Schwalenberg eine neue Burg errichtet. Volkwin galt als schlimmer Raubritter und musste darauf zur Sühne das Kloster Falkenhagen anlegen. Hier wurde er im Jahre 1249 begraben. Mit den Grafengeschlecht nahm es weiterhin keine gute Entwicklung, denn 100 Jahre später ging es in den Besitz der Edelherren zu Lippe über.
Raubritterburg
auf einem Ausläufer des Teutoburger Waldes gelegen, mit Ausblick auf Bielefeld

Sparrenburg (Burg) S

Auf einem Ausläufer des Teutoburger Waldes gelegen, bietet die Sparrenburg einen herrlichen Blick auf Bielefeld, eine der 10 größten Städte unserer Republik. Sie wurde gegen Mitte des 13. Jahrhunderts vom Grafen von Ravensburg errichtet und im 16. Jahrhundert zur Festungsanlage umgebaut. Im Innern können 300 Meter unterirdische Gänge besichtigt werden. Nicht verpassen: Das Sparrenburgfest im Juli eines Jahres!

Sternberg (Burg)

Als Nachfolge der Alte Burg Sternberg wird die Burg unter Heinrich Graf von Sternberg 1252 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Anfang des 15. Jahrhunderts übernehmen die Edelherren zu Lippe das Anwesen und führen bauliche Veränderungen durch. 1959 richtet Peter Harlan eine Musikschulungsstätte ein und mit Unterbrechungen zieht 2004 wieder eine Werkstatt für Musikinstrumente ein. Als Klingendes Museum wird heute wieder die Instrumentensammlung von Peter Harlan gezeigt. Sternberg wird deswegen "Die Musikburg" genannt.
Klingendes Museum, wegen Instrumentensammlung "Die Musikburg" genannt
Oppida, war eine Stadtbefestigung bei Rolfzen/Steinheim

Stoppelberg (Oppida) M

Die Steinheimer Börde ist ein Talkessel, aus der sich der Stoppelberg mit 240 Meter Höhe markant hervorhebt. Hier befand sich in vorgeschichtlicher Zeit eine Oppida, d.h. eine Stadtbefestigung. Bemerkenswert ist, dass man von hier aus die Herlingsburg bei Schieder und auch die Grotenburg (Hermannsdenkmal) bei Detmold sichten kann. Das läßt vermuten, dass sich unsere Vorfahren durch Zeichengebungen untereinander verständigen konnten. Bei Rolfzen/Steinheim

Todenmann Hünenburg (Ruine)

Diese Burg ohne Namen ist eine typische kleine Herrenburg, immerhin mit Haupt- und Vorburg. Es handelt sich also nicht um eine Fliehburg, wie der Name andeutet. Hünenburg ist also nur ein sogenannter „Notname“. 1896 durchgeführte Grabungen förderten Münzen aus dem 10./11. Jahrhundert zutage. Vermutlich diente diese kleine Befestigung zur Sicherung eines Passes vom Weser- in das Auetal.
genannte Trutzburg, heute ein Motorrad-Hotel

Tonenburg (Burg)

Als Schutz vor den streitbaren Grafen von Everstein erbaute der Corveyer Abt Rupert im Jahre 1315 die Tonenburg auf der westlichen Weserseite. Die Castrum Tonenburg genannte Trutzburg war zeitweilig Wohnsitz der Äbte von Corvey. Trotz ständiger Auseinandersetzungen wurde sie nie zerstört. Als ältestes Wohngebäude im Kreis Höxter ist heute hier ein gut florierendes Motorrad-Hotel untergebracht. Bei Albaxen an der Umgehung nach Holzminden.

Trendelburg (Burg) S

Im 13. Jahrhundert als Wehrburg entstanden, wurde die Trendelburg später zum Jagdschloss der Landgrafen von Hessen umgebaut. Sie ist eine der wenigen unbeschadet gebliebenen Burganlagen in Weserbergland, welche heute ein stilvolles Hotel und Restaurant beherbergt, in dem man die romantische Atmosphäre in vollen Zügen genießen kann. Es heißt, Rapunzel habe von dem Turm dieser Burg ihr Haupthaar herabgelassen.
Wehrburg, später ein Jagtschloss, heute Hotel (Rapunzelschloss)
Eiche bei der Uffoburg

Uffoburg (Wallburg)M

Die vermutlich von Wikingern angegriffene Burg wurde ja schon eingangs beschrieben. Eine weitere Besonderheit ist die vor etwa 100 Jahren abgestorbene Eiche, an deren Stelle gemäss einer Sage nie wieder etwas wachsen kann. Seit den 90er Jahren nun bemüht sich die Gemeinde um eine Neuanpflanzung, was aber tatsächlich nicht gelingt. Bodenuntersuchungen ergeben keine Hinweise. Das ist wirklich mysteriös! In der Nähe von Rinteln.

Vlotho (Ruine)

In früherer Zeit wird eine Wallburg auf dem Gelände vermutet. 850 n. Chr. gab es hier eine Befestigung der Karolinger. Um 1250 schließlich Bau der Burg, auf der zeitweise Graf Otto V. von Everstein regierte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg geplündert und war danach dem Verfall preisgegeben. Ab 1709 wurde die Burg abgetragen. Die wenigen Mauerreste wurden kürzlich gesichert und teilweise mit einem Schutzdach versehen. Das Gelände wird gern für Veranstaltungen genutzt.
Wendlinghausen Weserrenaissance-Schloss

Wendlinghausen (Schloss)

Als repräsentativer Landsitz des lippischen Adels verdient das von 1613-1616 erbaute Weserrenaissance-Schloss einen Platz in dieser Inventur. Ernst von Reden (1806-1869) initiierte hier einen Landschaftspark mit exotischen Bäumen und Sträuchern. Seit jeher in Familienbesitz und in Verwandtschaft zum Baron Münchhausen veranstalten die Herrschaften von Reden jährlich Schlossfeste zu Pfingsten, Erntedank und Weihnachten. Sehr zu empfehlen!

Wittekindsburg (Wallburg)

Etwa 1 km westlich des Porta-Denkmals befindet sich auf dem Bergkamm eine 600 Meter lange und 100 Meter breite Wallburg aus der vorrömischen Eisenzeit. Gegen 1000 nach Christi wurde hier eine Kreuzkirche erbaut, die man erst im Jahre 1996 entdeckte! Dass es sich bei dieser Burg aufgrund ihres Namens um eine Befestigung Widukinds, des Widersachers Karls des Großen handelt, konnte bisher nicht zweifelsfrei festgestellt werden.
Wallburg aus der vorrömischen Eisenzeit
Diese Inventur aller Burgen, Burgruinen und auch früheren Befestigungen im Kulturraum Lippe/Weser/Solling ist abgeschlossen und mehr oder weniger vollständig. Einige unbekanntere Objekte fehlen noch. Diese werden zu gegebener Zeit eingefügt. Weitere Hinweise über noch fehlende Anlagen sind auf jeden Fall erwünscht!
 
In dieser Rubrik werden die sehenswerten Objekte mit einem S und die mystisch anmutenden Orte mit einem M gekennzeichnet. Diese Einschätzung nimmt der Autor eigenmächtig vor! Allerdings bleibt die Frage nach der Sehenswürdigkeit immer eine Frage des Geschmacks! Also selbst testen. Die Frage nach dem Mystischen immer eine Sache der Empfindung. Dito.
 
Bleibt anzumerken, dass der Autor (im allgemeinen) gegenüber Stimmungen ziemlich unempfindlich ist. Und doch gibt es Orte, an denen eine eigenartige Atmosphäre nicht zu leugnen ist. Auch kein Wunder, denn die Verschanzungen der Vergangenheit waren Zentren der Macht, an denen viel passiert ist. Und so verlassen sie auch heute sind: Vielerorts sind Schwingungen in der Luft, die auch einen modernen Menschen mit Behagen oder Unbehagen erfüllt.
 
Mit dem Ergebnis, dass der Verfasser sich zu einigen Stätten nie wieder hinbegeben würde und andere dagegen immer wieder gern aufsucht!
 
Und so gab es dann auch im Solling eine Begegnung mit einem Geist. Aber ganz anders als die in der Schwäbischen Alb. So geschehen beim Gang zur Ruine Grubenhagen. Wir erzählen diese Geschichte demnächst....
Kommentare, Ergänzungen und Kritik sind ausdrücklich erwünscht!